Süß und saftig – das Obst-ABC

Wenn wir heute auf dem Markt Tomaten kaufen können, haben wir das den Indianern zu verdanken, die diese Feldfrüchte schon vor Jahrtausenden angebaut haben. Bohnen, Mais und Kürbis oder Weintrauben, Äpfel und Erdbeeren-sie alle stammen aus der Landwirtschaft der Indianer.
Keine anderen Völker haben mehr Nutzpflanzen angebaut.
                                                                                           

Natürlich sind Obst-und Gemüsesorten im Laufe der Jahrhunderte durch Züchtungen verändert worden. Inzwischen wird sogar mit den Genen von Pflanzen zur besseren Nutzung experimentiert.

Heutzutage haben viele Obst-und Gemüsesorten eine Reise um die halbe Welt hinter sich, bis sie auf unseren Tellern landen. Kein Wunder also, dass sie oft unreif auf den Weg geschickt werden. Andere Obst-und Gemüsesorten, die noch vor Jahrhunderten als exotisch galten, wachsen heute durch gezielte Züchtungen wie selbstverständlich in unseren Gärten. Trotzdem kommen Erdbeeren im Winter aus Gewächshäusern in Südspanien, Frühkartoffeln im Januar aus Agypten, Marokko oder Israel. Das ganze Jahr werden wir mit Tomaten aus Holland, Belgien, Spanien, Italien, Grichenland und in den Sommermonaten aus Deutschland versorgt. Ananas, Mango, Papaya und Co. gehören nach wie vor zu den exotischen Früchten, während Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen im Sommer und Herbst auch in Nachbars Garten wachsen. Wir leben in einem Schlaraffenland.

Die weiten Transportwege haben jedoch nicht nur an der Kassa einen höheren Preis: Die Flugzeuge und Schiffe zum Transport verbrauchen Treibstoff und schaden mit dem ausgepusteten Schadstoffen unserem Klima.
Achte doch einmal bei deinem nächsten Einkauf darauf, woher das Obst oder Gemüse kommt. Oft steht es auf den Verkaufsschildern, auf einem Etilett am Obst oder der Obst-bzw. Gemüsekiste. Pflanzen bilden sekundäre Pflanzenstoffe. Die sekundären Pflanzenstoffe schützen die Pflanze gegen Schädlinge, dienen als Lockstoffe und geben den Pflanzen ihre Farbe.

Pflanzenfarbstoffe sind: Anthcyane, Caritionide und Flavonoide.
Anthocyane geben den Früchten und Gemüsesorten blaue Farbtöne.
Carotinoide geben den Früchten und Gemüsesorten orangefarbene und gelbe Farbtöne.
Chlorophylle geben den Früchten und Gemüsesorten grüne Farbtöne.
Flavonoide geben den Früchten und Gemüsesorten rote Farbtöne.

 

Ananas
Kolumbus hat die Ananas auf Guadeloupe entdeckt und von dort mit nach Europa gebracht.
Das ist über 500 Jahre her. Heute kommt die bis zu 4 kg schwere, süße Frucht aus Mittel- oder Südamerika und einigen afrikanischen Ländern. Die dicke, schuppige Schale und der Blattschopf aus dicken grünen Blättern machen die Frucht unverkennbar.
Ist die Ananas reif, strömt sie einen feinen Duft aus. Ihre Schale gibt auf Fingerdruck nach und die Blätter lassen sich leicht herausziehen.  

Um an das süße Fruchtfleisch heranzukommen, muss man den Blattschopf und den Fruchtboden abschneiden.  Anschließend wird die Ananas geviertelt, der strohige Strunk in der Mitte herausgeschnitten und die Schale großzügig abgeschnitten.

 Apfel
Auf der ganzen Welt soll es mehr als 30.000 verschiedene Sorten Äpfel geben. In Deutschland gab und gibt es etwa 2.000 Sorten, von denen aber nur noch 25 so angebaut werden, dass wir sie kaufen können. Äpfel wachsen in Europa, Afrika, Amerika, Australien und Neuseeland. Deshalb können wir sie hier auch das ganze Jahr essen. In  Österreich findet die Apfelernte von Mitte Juli bis Oktober statt. Ein guter Apfel duftet an seinem Stiel. 
Die Farbe eines Apfels sagt nichts über seinen Geschmack aus, denn die Farben sind angezüchtet. Dennoch gibt es fein-säuerliche Äpfel wie die Alkmene, den fruchtig-würzigen Elstar oder den süßen Jonagold. Äpfel sind eben Geschmackssache. Eines haben aber alle Äpfel gemeinsam: sie sind wegen ihres hohen Nährwerts sehr gesund.
  
 Aprikose
Eigentlich stammt die gelbe Steinfrucht mit der leicht pelzigen Haut aus China. Heute wird sie vor allem am Mittelmeer und in Kalifornien angebaut. Um herauszufinden, ob das süße Früchtchen reif ist, bleibt einem leider nur der Biss hinein. Die besten Aprikosen kauft man im Juli und August. 
 Avocado
Die Atzteken nannten die grüne, birnenförmige Steinfrucht „Butter des Urwaldes“. Avocados lieben es sonnig und sehr warm, daher werden sie heute überwiegend in Israel angebaut.Ob eine Frucht reif ist, erkennt man daran, dass die Schale auf Fingerdruck nachgibt und der Stein im Inneren beim Schütteln zu hören ist. Dann kann man die Avocado der Länge nach aufschneiden, den dicken Stein entfernen und das weiche Fruchtfleisch auslöffeln. Damit es sich nicht verfärbt, wird etwas Zitronensaft auf die Schnittfläche geträufelt. 
 Banane
Warum ist die Banane krumm? Weil sie an der Staude zunächst nach unten wächst, sich dann nach außen und zum Schluss nach oben dreht – immer dem Licht entgegen.
Bananen lieben die Sonne bestimmter Erdregionen. Daher wachsen sie in Afrika, Teilen Amerikas und in Asien. Sie werden noch grün geerntet und reifen auf dem Weg zu uns nach. 
Nachdem sie nicht mehr durch den Bananenbaum mit Nährstoffen versorgt wird, wandelt sie die Stärke in ihrem Fruchtfleisch in Zucker um, erst dann wird es gelb und süß. Diese Süße können gerade Sportler zur schnellen Energiezufuhr nutzen. Gleichzeitig ist die Banane reich an Mineralstoffen, die bei körperlicher Anstrengung schneller verbraucht werden. Um einen Mangel auszugleichen, reicht dann schon eine Banane. 
Birne
Äpfel kann man nicht mit Birnen vergleichen und dennoch haben die beiden ihre Sortenvielfalt gemeinsam. Ursprünglich stammt die Birne aus Anatolien und dem Kaukasus und war schon vor 5.600 Jahren bekannt. Wie viele Birnensorten es heute gibt, ist nicht geklärt. Es sind wohl unzählige und sie wachsen in Europa, Südamerika, Australien und Südafrika. Ihre Geschmacksrichtungen reichen von zart-würzig bis zuckersüß. Birnenzeit in Deutschland ist von August bis Oktober. 
 

Brombeere

Zwischen August und Oktober können wir die Früchte, die aus vielen kleinen zusammenhängenden Steinfrüchtchen bestehen, am Wegesrand und im heimischen Garten sammeln. Sie sind bis zu 3 cm groß und dunkelrot bis schwarzviolett gefärbt. 
Brombeeren sind sehr saftig und die kleinen Beeren zerplatzen schnell. Ihr Geschmack ist süß-säuerlich.

 ACHTUNG!!
Beeren am Wegesrand nie in Kniehöhe pflücken und verzehren. Auf den niedrig wachsenden Brombeeren könnten die Eier des Fuchsbandwurms abgelegt sein, die entweder eingeatmet oder verschluckt werden. Sie können eine schwere Lebererkrankung auslösen. Verbreitet werden die Bandwurmeier über den Kot von Füchsen, die sich in der Nähe der Brombeersträucher aufhalten.
 
Nur die obereb Beeren pflücken und Zuhause gut waschen oder die Beeren erhitzen.
Dies gilt auch für Himbeeren und andere Sträucher.
 

Clementinen
Vor etwa 100 Jahren wurden in einem Garten in Algerien diese Früchte entdeckt, die gerne mit Mandarinen verwechselt werden. Vermutlich ist die Clementine auch eine Zufallszüchtung aus Mandarine und Tangerine. Aus dem Mittelmeerraum gelangt die Clementine auf unsere Verkaufstheken von Oktober bis Februar

 

Cranberry
Cranberries sind eng mit den Preiselbeeren verwandt. Sie stammen ursprünglich aus Amerika und werden seit einigen Jahren auch in Mitteleuropa angebaut.

Die kleinen roten bis schwarzroten Kügelchen haben einen Herb-säuerlichen Geschmack und einen hohen Gehalt an Vitamin C. Am besten schmecken sie als Marmelade oder Chutney

 
 Datteln
Die Dattel, auch „König der Oase“ genannt, stammt aus Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, das heute größtenteils zum Irak gehört. Datteln wachsen an Palmen und werden heute hauptsächlich aus Israel zu uns gebracht. Frische Datteln haben eine 5-10 cm länglich runde Form und eine braune, glänzende weiche Schale. 
Ihr Fruchtfleisch ist klebrig und schmeckt süßlich mit einem Hauch Honig. Oft werden sie als Trockenost angeboten und sind dann sehr süß. Datteln enthalten viel Vitamin D und Eisen.Auf der Abbildung seht ihr getrocknete Datteln, lecker!